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Molekulare Neurologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Jürgen Winkler
Uni-Klinikum, Molekulare Neurologie

Weltweite Beleuchtungen für Huntington

Kaufmännischen Direktion erstrahlte in Blau - 38.000 Euro für Ganganalyse-Projekt

"Light it up 4 HD": Mit einer weltweiten Beleuchtungsaktion wurde jetzt auch in Erlangen auf die wenig bekannte Erbkrankheit Huntington aufmerksam gemacht. Die Huntington-Spezialambulanz (Leiter: Dr. Franz Marxreiter) der Molekular-Neurologischen Abteilung (Leiter: Prof. Dr. Jürgen Winkler) des Universitätsklinikums Erlangen setzte in Kooperation mit der Deutschen Huntington-Hilfe e. V. (DHH) ein Zeichen und ließ die Fassade der Kaufmännischen Direktion am Maximiliansplatz ganz in Blau erstrahlen. Wenige Stunden zuvor erhielt Dr. Maxreiter bei einem Huntington-Infotag im Uni-Klinikum Erlangen von der Huntington Stiftung einen Projektförderungsscheck in Höhe von 38.000 Euro für die "Mobile Ganganalyse zur objektiven Verlaufsbeurteilung von Gangstörungen bei der Huntington Erkrankung" überreicht. Die Huntington-Erkrankung ist eine sehr seltene, fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die bisher unheilbar ist. In Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf ca. 4.000 geschätzt.
Blau illuminiert wurde aus Anlass des weltweiten Huntington-Tages die Kaufmännische Direktion des Uni-Klinikums Erlangen am Maximiliansplatz. Foto: Uni-Klinikum Erlangen/Dr. Franz Marxreiter

Die Erbkrankheit bricht meist zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr aus, in sehr seltenen Fällen auch in der frühen Kindheit oder im höheren Alter. Der klinische Verlauf ist von Patient zu Patient verschieden, wobei die Ausprägung von Symptomen sehr unterschiedlich sein kann. Neben Bewegungsstörungen treten regelhaft Verhaltensauffälligkeiten und kognitive Störungen auf. Ursache der Huntington-Erkrankung ist das veränderte Gen Huntingtin, das vor 30 Jahren noch unbekannt war. Eine humangenetische Untersuchung, die das mutierte Gen nachweist, sichert den Verdacht. Aufgrund der teils stigmatisierenden Symptome wie Störungen der Impulskontrolle und motorischer Überbeweglichkeit fühlen sich viele Patienten bis heute oft gesellschaftlich isoliert. Die Huntington-Krankheit lässt sich bisher nicht ursächlich behandeln, es gibt aber Medikamente, die einzelne Symptome lindern.

Heute wird die Erkrankung dank weltweit koordinierter Forschung zunehmend besser verstanden. So wurden inzwischen das weltweite Studienregister "Enroll-HD" etabliert und eine erste Gentherapiestudie ermöglicht, die Mitte dieses Jahres weltweit startet und an der auch das Team der Molekularen Neurologie des Uni-Klinikums Erlangen aktiv als Studienzentrum beteiligt ist. Trotz dieser Fortschritte in der Forschung sind die Bekanntheit der Erkrankung und die Verfügbarkeit sozialmedizinischer Strukturen für die Versorgung dieser Erkrankung gering. Es war den Veranstaltern dieser Aktion daher wichtig, Aufmerksamkeit für diese Erkrankung zu erzeugen. Für die Möglichkeit, dass das geschichtsträchtige Gebäude, in dem sich heute die Kaufmännische Direktion befindet, als positives Signal für die Huntington-Erkrankung beleuchtet werden konnte, danken die Veranstalter herzlich dem Uni-Klinikum Erlangen.

Huntington Stiftung fördert Projekt "Mobile Ganganalyse"

Am gleiche Tag fand einige Stunden zuvor der jährliche Huntington-Infotag im kleinen Hörsaal des Uni-Klinikums Erlangen statt, bei der eine Förderurkunde der Huntington Stiftung der DHH überreicht wurde. Die Huntington Stiftung fördert das Projekt "Mobile Ganganalyse zur objektiven Verlaufsbeurteilung von Gangstörungen bei der Huntington Erkrankung" mit 38.000 Euro. An dem Projekt sind neben der Erlanger Huntington-Spezialambulanz (Dr. Franz Marxreiter, Dr. Heiko Gassner) auch die Bewegungsambulanz des Universitätsklinikums Regensburg (PD Dr. Zacharias Kohl) sowie das George-Huntington-Institut GmbH in Münster (Dr. Ralf Reilmann) beteiligt.

Weitere Informationen:

Dr. Franz Marxreiter
Telefon: 09131 85-39324
E-Mail: franz.marxreiteratuk-erlangen.de

Freude über den Förderscheck der DHH-Stiftung zur Huntington-Forschung (von links nach rechts): Jochen Maier (stellvertretender Vorsitzender der DHH), Dr. Franz Marxreiter (Huntington-Spezialambulanz, Molekulare Neurologie, Uni-Klinikum Erlangen), Dr. Heiko Gassner (Molekulare Neurologie, Uni-Klinikum Erlangen) und PD Dr. Zacharias Kohl (Bewegungsambulanz Uni-Klinikum Regensburg). Foto: Uni-Klinikum Erlangen/Prof. Dr. Stephan von Hörsten
 

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