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„Kleine Schritte“ auf der großen Leinwand

„Kleine Schritte“ auf der großen Leinwand

Film über das Leben mit Parkinson feiert am 16.01.2026 in Thurnau Premiere

Diagnose Parkinson – ein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für Wolfgang Krebs. Als sich der Leiter des Schlosstheaters Thurnau in Oberfranken vor fünf Jahren mit der Krankheit konfrontiert sah, entwickelte er rasch die Idee von einem Theaterstück, dessen Realisierung er auch filmisch dokumentieren lassen wollte. Und so wurde der Schauspieler und Regisseur von den ersten Proben an bis zu den Theateraufführungen von der Kamera begleitet. Entstanden ist der Film „Kleine Schritte – Ein Leben mit Parkinson“, in dem das Publikum Einblicke in Wolfgang Krebs neues Leben bekommt, von seiner Begeisterung für Tischtennis und Fahrradsport erfährt sowie von seinen immer häufigeren Besuchen in seiner zweiten Heimat Sardinien. Zu Wort kommen auch seine Frau und sein ältester Sohn sowie Prof. Dr. Jürgen Winkler, Leiter der Molekular-Neurologischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen, und seine Mitarbeiterin Dr. Sabine Stallforth, die den medizinischen und wissenschaftlichen Part übernehmen. Der Film feiert am 16.01.2026 im Schlosstheater Thurnau seine Premiere; im Laufe des Jahres wird er voraussichtlich im Fernsehen und in Parkinson-Einrichtungen zu sehen sein.

Prof. Winkler begleitete bereits das Theaterstück „Kleine Schritte“ von fachlicher Seite. Über die Dokumentation sagt er nun: „Mit diesem Film gelingt es Wolfgang Krebs, eine breite Öffentlichkeit auf die Parkinson-Krankheit aufmerksam zu machen. Die Krankheitsverarbeitung, das heißt wie die Krankheit angenommen und im Alltag damit umgegangen wird, ist ein wichtiger Pfeiler für eine individuell gute Prognose.“ Der Erlanger Experte, der auch die Bewegungsambulanz leitet, ergänzt: „Ich kann mir kein besseres Beispiel vorstellen, als mittels eines Films vielen ‚stummen‘ Betroffenen Mut zu machen und eine Stimme zu geben! Moderne Immuntherapieansätze befinden sich aktuell in der klinischen Erprobung und rechtfertigen die Hoffnung, kausale Therapien in naher Zukunft allen Parkinson-Patientinnen und -Patienten anbieten zu können.“

Mut machen für ein aktives soziales Leben

Im Fokus des Films steht Parkinson, die – nach der Alzheimer-Krankheit – zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Es kommt zu Bewegungsstörungen wie Zittern und Steifheit, aber auch zu nicht-motorischen Symptomen wie Schlafstörungen, kognitiven Beeinträchtigungen und Schmerzen. In Deutschland sind ca. 400.000 Menschen betroffen – mit deutlich wachsender Tendenz. Der Film soll diesen Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen Mut machen, um besser mit der Krankheit umgehen zu können: Mut zum aktiven Handeln, um die eigene Isolation und das Zurückziehen aus dem sozialen Leben bestmöglich zu verhindern.

Erlanger Expertise

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Molekular-Neurologischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen haben seit Jahren große Expertise in der Erforschung und der Behandlung der Parkinson-Krankheit. Aktuell arbeiten sie u. a. in zwei Forschungsverbünden mit: zum einen in der Klinischen Forschergruppe KFO 5024 „Immun-Checkpoints der Kommunikation zwischen Darm und Gehirn bei entzündlichen und neurodegenerativen Erkrankungen (GB.com)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft und zum anderen im Sonderforschungsbereich 1483 „Empathokinästhetische Sensorik – Sensortechniken und Datenanalyseverfahren zur empathokinästhetischen Modellbildung und Zustandsbestimmung (EmpkinS)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Zur KFO 5024 GB.com: www.kfo5024.med.fau.de

Zum SFB 1483 EmpkinS: www.empkins.de

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jürgen Winkler

Tel.: 09131 85-39324

mn-sekretariat(at)uk-erlangen.de